Vögel
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Fasan

Bei der Foto-Jagd nach Tieren braucht man ja immer temporäre Endgegner. Bis Herbst 2014 war das der Fasan. Denn obwohl er nicht gefährdet und sehr bunt ist, sieht man ihn selten. Er ist nämlich scheu und kann sich exzellent verstecken. Fast.

Art: Fasan (Phasanius colchicus)
Erstsichtung: 21. August 2014
Ort: Kronprinzenkoog (Schleswig-Holstein)
Habitat: Feld

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Fasan 53.971087, 8.965413 Kronprinzenkoog, Deutschland (Routenplaner)

Naja, exzellent verstecken ist eigentlich relativ, wie man in der Galerie-Ansicht erkennt. Der Vogel profitiert halt davon, dass sein Normalhabitat die meiste Zeit des Jahres hoch von Getreide oder übervogelhohen Gräsern bestanden ist. Ende August aber sind viele Felder kahl gemäht, da wird es schon komplizierter.

Die erste, vorsichtige Annäherung an die sehr vorsichtigen Fasane ergab, dass einer rasch floh, während der andere sich eben versteckte. Und das tat er einerseits sehr gut, weil er sich kaum sichtbar auf den Boden presste, wie man es von einem Vogel dieser Größe und Buntizität kaum hätte erwarten könnten. Andererseits aber war er nur mäßig geschickt dabei, den heranschleichenden Fotofeind unauffällig im Auge zu behalten. Wann immer er versuchte, hervorzulugen, hob sich auch sein Hinterteil auf sehr auffällige Weise. Gesamtnote Drei minus im Verstecken, mit einer glatten Eins im Verbergen, aber starken Abzügen beim Schmulen.

Interessant ist, dass Fasane zwar eine recht hohe Fluchtdistanz haben (100+ Meter). Dass zumindest diese hier aber nur Menschen als Bedrohung wahrnehmen und nicht Autos. Die Nahfotos sind entstanden, nachdem wir uns schon mit den zu Fuß geschossenen Fernbildern zufrieden geben wollten. Da bemerkten wir, dass einer der Fasane sehr nah an einen Feldweg herangewackelt war, und auf ein vorbeifahrendes Auto kein bisschen reagierte. Wir fuhren also mit dem Auto langsam den Feldweg hinauf und konnten uns dem Fasan so bis auf rund zehn Meter nähern. Endgegner ist eigentlich anders.

3 Kommentare

  1. Iris sagt

    Ein Stück weiter Richtung Hamburg kann ich den Fasan nicht wirklich als scheu und gut getarnt bezeichnen; in Elmshorn laufen sie uns auf dem Krückaudeich mitten in der Stadt gelegentlich fast über die Füße wenn sie über uns und unsere Hunde erschrecken und ihre Rufe sind ganz regelmäßig zu hören.

    • Frau Meike sagt

      Eine Freundin von mir zeigte sich auch nur mäßig beeindruckt von unserem Fasan, weil sie um Hannover herum so oft welche sieht. Aber obwohl wir wirklich viel unterwegs sind und die Umgebung aufmerksam beobachten, haben wir nur einmal einen über die Straße fliegen sehen, als wir im Auto fuhren. An ein Foto war da nicht zu denken. Erst nach Jahren bekamen wir diesen hier schließlich vor die Linse. Muss wohl ein geklumptes Vorkommen sein. Aber das kommt ja vor.

      Ich habe 15 Jahre in und um Hamburg gewohnt, ständig Dompfaffe, Heckenbraunellen und Mönchsgrasmücken mitten im Stadtgebiet gehört und gesehen. Nach Umzug nach Berlin nichts mehr davon, dafür hier: zum ersten Mal in meinem Leben Nachtigall und Stieglitz.
      Obwohl keiner der Vögel selten ist, habe ich im Stadtgebiet die eine Hälfte nur da und die andere Hälfte nur dort gesehen.

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