Käfer
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Dünen-Sandlaufkäfer

Sandlaufkäfer gehören nach meinem modischen Empfinden zu den auffälligsten und buntesten Laufkäfern und sind wegen ihrer Affinität zu kontrastarmen Sandböden ausgesprochen leicht zu entdecken. Damit endet die Liste der Vorzüge aber auch.

Sie kennen Nelson Muntz, den boshaften Rüpel aus den Simpsons, der das Pech seiner Mitmenschen stets mit einem gehässigen „Ha Haa!“ quittiert? Würde dieser Nelson Muntz nun eines Tages als Tier wiedergeboren, er wäre ein Sandlaufkäfer. Beim Versuch, die Tiere zu fotografieren, fühlt man sich in einem fort verspottet, weil sie einfach nicht stillsitzen wollen. Sie haben also einen Käfer wegen der obigen Vorzüge entdeckt, der vielleicht zwei Meter vor Ihnen im Sand sitzt, und denken sich „Jetzt hab ich Dich!“ Sie schleichen näher, Sie robben, Sie trippeln, Sie kriechen – nur um Zeuge zu werden, wie der Käfer immer gerade dann, wenn er in Makroreichweite kommt, auffliegt und zwei Meter weiter wieder landet. Sie schleichen, robben, kriechen usw. hinterher und wieder fliegt er auf und zeigt Ihnen aus zwei Meter Entfernung die langen Mandibeln. Um eine ziemlich längliche Geschichte einigermaßen knapp zu machen: die Fotos sind uns nur gelungen, indem ich mich in der unten dargestellten Weise in den Sand gekniet und gewartet habe. Der sandige Feldweg war gerammelt voll mit Käfern (was die Demütigung im Übrigen nicht kleiner machte) und schließlich trieb der Mann mir einen vor die Linse. Wir nahmen ihn einfach in die Zange. Triumph der überlegenen Spezies.

Art: Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida)
Erstsichtung: 20.05.2012
Ort: Döberitzer Heide, die obigen Fotos stammen allerdings von einer späteren Sichtung aus dem Naturpark Nuthe Nieplitz
Habitat: Eigentlich alles mit Sand, Sandwege, Sanddünen, Sandheiden, Sandbrachen, Hauptsache unbewachsen und warm.

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Dünen-Sandlaufkäfer 52.511528, 12.977092 Döberitzer Heide, Dallgow-Döberitz, Deutschland (Routenplaner)

Während die Farbe der Flügel recht variabel ist, sind die weißen Flecken ein relativ untrügliches Kennzeichen, an dem der Dünen-Sandlaufkäfer leicht von anderen das Flachland bewohnenden Sandkäferarten zu unterscheiden ist. Die einzige Art, mit der man ihn verwechseln könnte, ist der Berg-Sandlaufkäfer (C. sylvicola), der jedoch – der Name sagt es schon – nicht in der Ebene vorkommt.

Sowohl die Käfer als auch ihre Larven leben räuberisch von anderen Insekten, die großen Kieferklauen (Mandibeln) und Augen verraten den geschickten Jäger. Die Mandibeln sind dabei Greifer und Tranchiermesser in einem, der Käfer greift mit ihnen nicht nur die Beute, sondern zerlegt diese mit ihrer Hilfe auch gleich in mundgerechte Happen. Die Weibchen graben nach der Paarung eine wenige Zentimeter tiefe Höhle in den Sand, in die sie die Eier legen. Nach dem Schlupf kommen die Larven an die Oberfläche, um sich auch gleich wieder in einer Fangröhre einzugraben. Dort sitzen sie am Eingang und warten auf unglückliche Passanten, die sie – Verspeisbarkeit vorausgesetzt – auch gleich ihres Lebens berauben. In diesen Fangröhren überwintern und verpuppen sich die Larven, so dass die erwachsenen Käfer bereits früh im Jahr bei Sonnenschein auftauchen.

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